Besteck: Gute Qualität kaufen macht sich bezahlt

Essen ist nicht nur eine Befriedigung eines Grundbedürfnisses: Vielmehr spielt die soziale Komponente eine entscheidende Rolle. Beim Familienessen werden große Geheimnisse verraten, nicht selten schließen Manager wichtige Geschäfte in Restaurants ab. Zu einer gediegenen Mahlzeit gehört auch das passende Setting dazu. Eine entscheidende Rolle, ob man sich bei Tisch richtig wohl fühlt, spielt das Besteck. Mit einem Löffel zu essen, lernen schon die Kleinsten. Später einmal hat man die Wahl zwischen Dessertbesteck, Ess- und Fischbesteck und vielen weiteren Variationen. Das war nicht immer so, denn in den Anfängen der Menschheit dienten die Finger zur Nahrungsaufnahme.

Ein Ausflug in die Geschichte

Das erste Besteckstück war ohne Zweifel das Messer. Es diente bereits in der Altsteinzeit als universelles Werkzeug, das aus Knochen, Holz oder anderen harten Materialien hergestellt wurde. Bereits damals wurde es dazu verwendet, Nahrung zu zerkleinern. Nachdem immer neue Verfahren zur Verarbeitung anderer Materialien erfunden wurden, konnte der Mensch bald Messer aus Metall herstellen. Zu den ersten Funden zählen Messer aus Stein, die vermutlich bereits 2,5 Millionen Jahre alt sind. Sie wurden zum Beispiel in der Olduvai-Schlucht in Tansania gefunden.

Im 3. Jahrtausend v. Chr. zog die Bronzezeit ins Land. Das Material war härter und leichter zu bearbeiten als Stein, daher kam es bald für die Herstellung von Messern zum Einsatz. Später kamen Eisenmesser auf, die bereits vor Jahrhunderten in Brennöfen in beliebige Formen gebracht wurden. Auch Löffel und Kellen gibt es bereits seit Jahrtausenden. Vermutlich entstanden die ersten davon, als Menschen sesshaft wurden. Davor schöpfte man Suppen und Eintöpfe mit der Hand oder mit Muscheln. Die Gabel ist das jüngste Element aus der Besteckserie. Vermutlich ist sie ungefähr 1.000 Jahre alt. Anfangs war sie noch wenig bekannt, was eine Anekdote zeigt, die der Soziologe Norbert Elias in seinem Werk „Über den Prozess der Zivilisation“ erzählt: In Venedig heiratete ein Mitglied der Dogenfamilie zu Beginn des 11. Jahrhunderts eine junge Dame aus einem fernen Land. Sie hatte eine zweizinkige Gabel mitgebracht, ein in ihrer Heimat bekanntes Esswerkzeug, um sich die Finger nicht schmutzig zu machen. Angeblich war die Empörung im Adel darüber groß, dass jemand etwas anderes als die „von Gott gegebenen Hände“ zum Essen benutzte.

Modernes Essbesteck von heute

Heute ist es in unseren Breiten gang und gäbe, Besteck zum Essen zu verwenden. Groß sind die Unterschiede in der Qualität von Besteck und Bestecksets. Es gibt viele verschiedene Varianten für jeden Geschmack: Wer es verspielt mag, entscheidet sich für ein Set mit Ornamenten, es gibt jedoch auch schlichte Messer, Gabeln und Löffeln die zeitlose-Eleganz ausstrahlen. Verwendet werden unterschiedliche Materialen:

  • Chromstahl besteht aus 17 Prozent Chrom und 83 Prozent Stahl. Es ist magnetisch und nicht rostbeständig. Daher wird es nach einiger Zeit unansehnlich. Bei Bestecksets aus Chromstahl handelt es sich in der Regel um Billigware, die nicht lange hält.
  • Die meisten Bestecksets werden heute aus Chromstahl mit einem Nickelanteil hergestellt. Sie werden unter anderem auch als 18-10 bezeichnet, was auf den Chromanteil von 18 und den Nickelanteil von 10 Prozent hinweist. Diese Messer, Gabeln und Löffel sind haltbarer und durch den Zusatz von Nickel rostfrei.
  • Oft ist Edelstahl auch nur das Grundmaterial, das Besteck wird außerdem mit einer dünnen Silberschicht überzogen. Bei 24 Besteckstücken kommen je nach Qualität 40 bis 120 Gramm Silber zum Einsatz. Auch hier gibt es Unterschiede: 800er Massivsilber zum Beispiel hat einen Kupferanteil von 20 Prozent und ist deshalb leicht rötlich. 925 Sterlingsilber hingegen besteht zu 925 Teilen aus Silber und nur zu 75 Teilen aus Kupfer.

Um Besteck von guter Qualität herzustellen, sind mehrere Arbeitsschritte notwendig. Daher gaben hochwertige Sets auch ihren Preis.

Tipps für die Auswahl des Essbestecks

Wer neues Besteck kaufen möchte, investiert lieber einige Euro mehr: Billigware ist zwar in der Anschaffung günstig, allerdings fangen Messer, Gabel und Löffel bald zu rosten an und man muss das gesamte Set ersetzen. Hochwertiges Besteck hingegen behält über Jahrzehnte seinen Glanz. Wichtig ist beim Einkauf darauf zu achten, dass das Besteck mit dem Sigel „rostfrei“ gekennzeichnet ist. Wer das Besteck in einer Spülmaschine reinigen möchte, informiert sich besser vor dem Kauf über die Eignung. Hochwertiges Besteck liegt gut in der Hand: Bevor man es in den Einkaufswagen legt, sollte man sich die Oberfläche genau ansehen. Bei gutem Material sind die Kanten fehlerfrei verarbeitet, es gibt keine scharfen Ecken und die Oberfläche ist frei von Kratzern. Besonderes Augenmerk sollte man auf das Messer haben: Eine Überprüfung der Klinge lohnt sich schon vor dem Kauf. Immerhin ist ein stumpfes Messer mühsam, wenn man Fleisch oder Gemüse zerteilen möchte. Ein wichtiger Aspekt, damit das Essbesteck lange schön bleibt ist die Pflege. Wie bereits erwähnt, lassen sich viele Modelle in der Spülmaschine reinigen. Allerdings ist darauf zu achten, immer die Gebrauchsanleitung des Geschirrspülers gut zu beachten. Nur wenn genügend Reinigungsmittel, Klarspüler und Regeneriersalz eingefüllt sind, werden Löffel, Gabel und Messer auch richtig sauber. Sollte die Spülmaschine nicht sofort nach dem Essen eingeschaltet werden, lohnt sich eine Vorreinigung.

(Bilderquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)