*** All diese Aktionen dienen dazu, potentielle Raser oder solche, die es schon sind auf meine Seite aufmerksam zu machen. Ihnen krass vor Augen zu führen, was die Ergebnisse von leichtsinnigen Fahrweisen sein können.
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Kathleen Karl
* geboren am 20.10.1986 in Riesa
* dort aufgewachsen und zu Schule gegangen
* ein jüngerer Bruder (*1989)
* Eltern geschieden, bei Mutter aufgewachsen
* spiele Schlagzeug in einer Band (www.splenders.de)
* Mai 2005 nach Dresden gezogen
* September 2005 bis August 2006 FSJ in einem Kindergarten in Radebeul
* seit September 2006 Ausbildung zur Hebamme in Dresden
* Kinder-Schicksale.de und verschwundene-kinder.com gibt es seit Dezember 2003 (erst ein Projekt unter dem Namen Kinder-Schicksale.de, dann aufgesplittet)
* Straßenkreuz.com seit Oktober 2005
www.strassenkreuz.com
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sagmal.de:
Kathleen, wie kamst du auf die Idee, eine Seite über Strassenkreuze zu machen?
Und für die Unwissenden, was genau muss man sich unter einem Strassenkreuz vorstellen?
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Kathleen Karl:
Also die Idee entstand im Oktober 2005. Da habe ich im Fernsehen eine Reportage zu diesem Thema gesehen, die mich sehr bewegt hat. Und durch meine Arbeit an Kinder-Schicksale.de hatte ich ja schon Kontakt mit Eltern, deren Kind bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. All diese Dinge haben mich dann dazu bewogen, eine eigenständige Website für genau diese Familien ins Leben zu rufen.
Was man sich unter einem Straßenkreuz vorstellen muss? Nun, die Kreuze stehen meistens an Straßenrändern, man sieht so viele davon, wenn man nur einmal genau darauf achtet. Sie stehen als Mahnmal, wurden oft von Eltern oder Freunden aufgestellt. Sie sollen an den Verstorbenen erinnern und Vorbeifahrende sollen zum Nachdenken angeregt werden und vorsichtig fahren, weil an dieser Stelle schon ein Mensch sein Leben lassen musste.
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sagmal.de:
Die Seite hilft also Hinterbliebenen, mit dem Verlust des verstorbenen Menschen fertig zu werden. Welchen Sinn macht sie aber für Besucher der Seite, die zufällig auf die Seite kommen?
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Kathleen Karl:
Nun, ersteinmal gibt es ganz oft im entfernten Verwandten-, Bekannten- oder Freundeskreis ebenfalls Betroffene. Die Seite kann also somit wieder eine Hilfe sein, dass Betroffene darauf aufmerksam werden. Außerdem möchte ich natürlich an die vielen Jugendlichen appelieren, die leichtfertig ihr Leben auf's Spiel setzen, weil sie meinen, nach einem Disco-Besuch noch fahren zu müssen oder nach dem Konsum von Alkohol oder Drogen. Denn oft werden doch die Unfälle von Jugendlichen verursacht, die mal einen Moment unachtsam waren oder ihn fahrlässig herbei geführt haben.
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sagmal.de:
Wie ist die Reaktion der Betroffenen auf deine Seite?
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Kathleen Karl:
Die Reaktion ist durchweg positiv. Die Betroffenen sind froh, dass sie einen Ort haben, an dem an ihre Liebsten gedacht wird, wo sie ihre Gedanken und Gefühle niederschreiben können, wo sie auf "Gleichdenkende" treffen.
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sagmal.de:
Gab es auch schon einmal böse Stimmen? Leute, die das was du machst, ablehnen?
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Kathleen Karl:
Nein, bisher gab es die glücklicherweise nicht.
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sagmal.de:
Hast du über längere Zeit Kontakte zu den Betroffenen?
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Kathleen Karl:
Das ist ganz unterschiedlich. Zu einigen habe ich schon sehr lange und sehr intensiven Kontakt, zu anderen nur ganz kurz zum Austausch der Daten. Das liegt auch an den jeweiligen Schreibern, bei dem einigen ergibt sich ein häufigerer Austausch, bei anderen nicht.
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sagmal.de:
Du machst außerdem auch Aktionen, wie Ausstellungen, etc.? Zu welchem Zweck?
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Kathleen Karl:
All diese Aktionen dienen dazu, potentielle Raser oder solche, die es schon sind auf meine Seite aufmerksam zu machen. Ihnen krass vor Augen zu führen, was die Ergebnisse von leichtsinnigen Fahrweisen sein können. Ich denke, dass man das nicht nur auf das Internet beschränken darf, wenn man was erreichen will. Aus diesem Grund habe ich eben auch die Ausstellung veranstaltet. Dort hatten Jugendliche die Möglichkeit, sich vor Ort damit auseinander zu setzen.
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sagmal.de:
Du betreibst nicht nur die Strassenkreuzseite, sondern auch noch kinder-schicksale.de und verschwundene-kinder.com. Was trieb, was treibt dich dazu, solche Seiten zu gestalten?
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Kathleen Karl:
Ich habe schon immer eine "soziale Ader". Mich bewegen die vielen Schicksale sehr und wenn ich den Eltern auch nicht ihre Kinder wiederbringen kann, so möchte ich doch alles tun, was in meiner Macht steht, um ihnen das Leben "danach" ein wenig angenehmer zu machen. Und bei den verschwundenen Kindern möchte ich natürlich alles tun, damit die vielen Vermissten gefunden werden. So ein Leben in der Ungewissheit stelle ich mir sehr schlimm vor.
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sagmal.de:
Wie soll es mit deinen Seiten weitergehen?
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Kathleen Karl:
Ich habe keine konkreten Vorstellungen für die Zukunft. Geplant ist, dass einfach alles so weiter geht, wie bisher. Was die Strassenkreuze betrifft, so werde ich diese weiter fotografieren und dokumentieren und möchte im nächsten Jahr auch erneut eine Ausstellung ins Leben rufen.
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sagmal.de:
Wie würdest du selbst dich beschreiben? Erzähl uns ein wenig von dir.
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Kathleen Karl:
Ich bin sehr lebensfroh, genieße jeden Tag. Ich bin harmoniebedürftig, liebe gemütliches Beisammensitzen am Abend, lange Gespräche bei Kerzenschein und mein Herz gehört der Kinderwelt - auch wenn ich noch keine eigenen habe. Ich lebe sehr glücklich in einer gut funktionierenden Partnerschaft im wunderschönen Dresden und habe eben meine Ausbildung zur Hebamme begonnen - ein krasser Gegensatz zu meiner "Freizeitbeschäftigung", aber es ist einmalig, dieses Wunder "Geburt" erleben zu dürfen.
Ansonsten würde ich mich noch als jemanden beschreiben, der gut und gerne organisiert, zuverlässig ist, für andere da ist.
Tja, und die negativen Seiten ... nun, findet es selber heraus :)
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sagmal.de:
Wie nutzt du das Web generell?
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Kathleen Karl:
Mhm, also an erster Stelle natürlich für meine Internetseiten und E-Mail-Verkehr. Dann bestelle ich eigentlich alle Bücher und Filme über das Internet (Amazon) und außerdem dient mir das Web als Wörterbuch oder Duden - denn gerade jetzt in der Ausbildung muss ich doch viel nachschlagen...
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sagmal.de:
Hast du bei meinen Fragen eine Frage vermisst?
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Kathleen Karl:
Nein, zumindest fällt mir jetzt nichts ein. Ich hoffe nur, die Leser haben keine Fragen vermisst - wenn doch, einfach eine E-Mail schicken, Antwort folgt dann sofort :)
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sagmal.de:
Noch einen Schlußsatz?
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Kathleen Karl:
Lebe deine Träume, aber träume nicht dein Leben und genieße jeden Tag, denn es könnte dein letzter sein.
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Das Interview wurde am 24.9.2006 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de. Wir danken Kathleen Karl für die Beantwortung unserer Fragen. Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen |
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