Wie funktioniert die Schilddrüse?

SchilddrüseWunderwerk Schilddrüse

Die menschliche Schilddrüse ist ein wahres Wunderwerk der Evolution. Doch was genau ist eigentlich ihre Aufgabe für den menschlichen Körper und wo befindet sie sich? Was versteht man unter einer Schilddrüsenüberfunktion bzw. Schilddrüsenunterfunktion? Und gibt es einen Zusammenhang zwischen jodiertem Speisesalz und der Schilddrüse?

All diese Fragen werden im folgenden Artikel näher beleuchtet und genau beantwortet.

Wo befindet sich die Schilddrüse?

Die Schilddrüse ist ein lebenswichtiges Organ und befindet sich unterhalb des Kehlkopfs. Sie wiegt etwa 20 bis 60 Gramm und hat in etwa die Größe einer Erdbeere.

Die Aufgabe der Schilddrüse

Die Schilddrüse lenkt indirekt vom Hals aus die Potenz, die Fruchtbarkeit, das seelische Wohlbefinden und sogar das Wachstum von Haaren und Fingernägel.

Ihre Hauptaufgabe ist die Produktion zweier Hormone:

  • Trijodthyronin, oder kurz T3
  • Tetrajodthyronin, oder kurz T4

Diese Hormone sind unter anderem verantwortlich für einen optimalen Stoffwechsel und einen gesunden Blutkreislauf. Des Weiteren sind sie besonders wichtig für die Gehirnentwicklung bei Kindern und Jugendlichen. Die Menge an T3 und T4 werden durch die Schilddrüse und durch die Rückkopplung mit dem Gehirn, genau ermittelt. Schon leichte Abweichungen vom idealen Hormonspiegel können zahlreiche Krankheitssymptome hervorrufen.

Schilddrüsenüberfunktion

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann durch eine Autoimmunerkrankung des Schilddrüsengewebes entstehen. Es kann aber auch durch eine Störung des Regelkreises hervorgerufen werden. Das Gehirn kann dann die Schilddrüse nicht mehr regulieren, da einzelne Zellen in der Schilddrüse nicht mehr auf das regulierende Hormon aus der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) reagieren. Bei einer Schilddrüsenüberfunkion wächst die Schilddrüse, um die große Produktion an Hormonen zu ermöglichen.

In beiden Fällen bedeutet dies ein übermäßige Produktion von T3 und T4. Die Folgen sind unter anderem ein zu hoher Blutdruck, Potenzprobleme, Haarausfall, Schlaflosigkeit, unerklärliches Schwitzen oder Hyperaktivität.

Schilddrüsenunterfunktion

Bei der Schilddrüsenunterfunktion hingegen, werden wie der Name es schon verrät, zu wenig Hormone produziert. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann angeboren sein oder durch Umwelteinflüsse entstehen. Letzteres war vor allem in Süddeutschland der Fall. Hier war in der Nahrung nur sehr wenig Jod enthalten, welches für die Produktion von T3 und T4 aber absolut essentiell ist! Auch ein Jodmangel veranlasst die Schilddrüse zum wachsen, um so die Nahrung noch gründlicher nach Jod filtern zu können. Dies macht sich dann durch einen Kropf bemerkbar und wird in der Medizin „Struma“ genannt. Da Speisesalz fürs Kochen und backen unerlässlich ist, lag die Lösung nahe. Das Speisesalz wurde zusätzlich mit Jod versehen und so kam es zum sogenannten Jodsalz.
Auch beim schlachten von Rindern für die Fleischproduktion, muss die Schilddrüse vom Rind in den Abfall und darf nicht für Lebensmittel verwertet werden. Die Hormone ähneln zu stark denen der menschlichen Schilddrüse und bringen den natürlichen Hormonspiegel ins Schwanken.

Bei der Unterfunktion können die Beschwerden schleichend sein und lange unbemerkt bleiben. Möglich Symptome sind zum Beispiel Übergewicht, Müdigkeit, Verstopfung, Kälteempfindlichkeit oder manchmal auch leichte Depressionen.

(Bilderquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)